Helmmontagen für die BiV-Brille LUCIE

Erfahrungen und Berichte über Ausrüstung

Helmmontagen für die BiV-Brille LUCIE

Beitragvon Wolf » 15/12/2012, 17:57

Helmmontagen für die BiV-Brille LUCIE

Im Rahmen des Projektes "Infanterist der Zukunft" wurde in der Bundeswehr auch die Restlichverstärkerbrille LUCIE von Thales flächendeckend eingeführt.


Wikipedia beschreibt sie wie folgt:
"Jeder Infanterist soll mit einer Restlichtverstärkerbrille Lucie ausgestattet werden. Die Brille kann am Helm befestigt oder mit Kopftragegestell getragen werden. Durch eine Reichweite von 15cm bis 250m soll sie sicheres Bewegen, Lesen von Texten sowie die Bedienung von Ausrüstungsgegenständen auf kürzeste Entfernung ermöglichen. Die verwendete HyperGen XD-4 wiegt 360 Gramm; sie hat eine Einsatzdauer von mehr als 60 Stunden mit einer 1,5-V-AA-(Mignon)-Monozelle und einen Betriebsbereich von −30 °C bis +45 °C. Des Weiteren wird sie in Verbindung mit dem Laserlichtmodul als Zielsystem im unsichtbaren Bereich eingesetzt."


An dieser Stelle wollen wir die verschiedenen, in der Bundeswehr vorkommenden, Helmhalterungen vorstellen.


Momentan gibt es drei verschiedene Generationen der Helmmontage sowie eine Version für MSA Helme.

Die Generationen 1 und 2 Unterscheiden sich nur in Details und sind ansonsten baugleich, gedacht sind sie für den standardmäßigen BW Gefechtshelm sowie den Sprunggefechtshelm.
Bei der Generation 3 wurden die vertikalen Führungsschienen von 38mm auf eine Länge von 48mm verlängert, zudem soll das Gummiband im Bereich des Stoppers verstärkt worden sein, da es häufiger vorkam das das Gummiband an dieser Stelle gerissen ist. Des Weiteren wurde die hintere Kralle abgeändert, während sie bei der Gen.1/2 rechteckig ist, ist sie bei der Gen.3 trapezförmig.
Durch die Verlängerung um 10mm passt die Gen.3 Montage auch bedingt an andere Helme wie z.B. den Crewman- oder Special Forces Helm sowie MICH 2000 und ähnliche Modelle.
Dies ist neben dem Modell von den verwendeten Pads sowie der Kopfform abhängig. In der Praxis führt dies dazu, dass der Helm teilweise vorne etwas hochgeschoben werden muss.

Das Problem der nicht- oder schlechtpassenden Helmmontage ist darin begründet, dass die Nachtsichtbrille bei Verwendung von nicht standardmäßigen BW Helmen, zu tief und damit nicht auf Augenhöhe sitzt.
Um dieses Problem auszumerzen hat das KSK in Calw scheinbar dezentral eine höhere Kralle anfertigen lassen. Diese Kralle besitzt verschiedene Bohrungen, damit sowohl Führungsschienen der Gen.1/2 und der neuere Gen.3 montiert werden können.

Daneben gibt es in der Truppe auch noch verschiedene, improvisierte Lösungen, angefangen von Adapterstücken, umgedrehten Halterungen oder Bohrungen im Helm in die die Kralle geschraubt wird, dazu gibt es im Anhang einige Fotos.



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Oben eine Kralle der Gen.1/2 unten eine der Gen.3, gut zu sehen die unterschiedlichen Bohrungspositionen.


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Die obere Kralle ist die bereits beschriebene Gen.1/2 Kralle, unten eine dezentral beschaffte Kralle für MSA Helme.


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Die Montage für MSA Helme auch "KSK Version" genannt montiert an einem MSA TC APH.


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Hier wurde eine Halterung der Gen.1/2 mit den kürzeren Führungsschienen montiert, dadurch bleiben die oberen Bohrungen ungenutzt.


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Detailaufnahmen der Führungsschienen, der Längenunterschied zwischen Gen.1/2 und Gen.3 ist gut zu erkennen.


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Die hintere Kralle einer Gen.1/2 und die einer Gen.3 Montage.


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Eine Montage der Gen.1/2 montiert an einem Gefechts- bzw. Sprunggefechtshelm.


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Eine Adapterlösung beim KSK, man beachte das olivfarbene Zwischenstück.


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Eine Montage "MSA Version" beim KSK, montiert an einem MSA TC APH Helm.


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Verschiedene improvisierte Notlösungen beim FschjgBtl 373. Quelle: K-ISOM Magazin



In Zukunft wird sich bei der Bundeswehr im Bezug auf Nachtsichttechnik und die entsprechenden Helmhalterungen wohl einiges ändern. Im Rahmen des IDZ-2 / IDZ-ES bzw. Gladius-Konzeptes wird wahrscheinlich der "Ops-Core FAST Ballistic Helmet" eingeführt, ob dann die US NSG-Aufnahmen genutzt werden oder ob es etwas anderes wird bleibt abzuwarten.
Des Weiteren ist ein neues Nachtsichtgerät nämlich das ANVIS bzw. HELIE oder BONIE- M in der Beschaffung, die ersten 1700 Geräte wurde bereits im August 2011 an die Bundeswehr geliefert und befinden sich derzeit bereits bei den Spezialkräften im Einsatz.


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Helmhalterungen und ANVIS bzw. HELIE oder BONIE- M beim KSK.



Dieser Bericht beruht auf eigenen Erfahrungen, gemachten Beobachtungen sowie Aussagen Dritter, sollten jemandem Fehler auffallen oder sollten jemand über weitere Informationen verfügen wäre ich über einen Kommentar sehr dankbar.
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Wolf

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